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28.03.2017

Alexander auf Arabisch

In vier Versionen

Aus einem deutschen Vornamen seine arabische Version zu bilden ist nicht ganz so trivial, wie mancher sich vielleicht vorstellt. Häufig gibt es mehrere Möglichkeiten. Dies demonstriert dieser Artikel an dem beliebten Vornamen „Alexander“.
Image by arabisch.tv

„Es wird doch wohl nicht so schwer sein, an die Stelle eines jeden lateinischen Buchstaben seine arabische Entsprechung zu setzen, um eine 1:1-Umschrift zu erzielen?“, mag man sich fragen.

So einfach ist das aber nicht. Denn Arabisch ist eine Konsonantenschrift, die Vokale nur in bestimmten Fällen sichtbar macht (z.B. bei gedehnten Vokalen), und außerdem existieren einige deutsche Laute im Arabischen nicht und besitzen im arabischen Standardalphabet keine Entsprechung, wie auch einige arabische Laute im Deutschen nicht existieren und daher im deutschen Standardalphabet keine Entsprechung besitzen. Darum muss man z.B. für das deutsche P auf ein B ausweichen, um es umzuschreiben. (mehr dazu hier)

Direkte Umschrift

Glücklicherweise ist es bei „Alexander“ halb so schlimm, alle seine Laute kommen im Arabischen vor - nur das Vokalproblem bleibt. Die Regel ist ungefähr: Dehnungsbuchstaben für lange oder betonte Silben, evtl. noch offene Endsilben, sonst keine. (Auf Vokalzeichen sollte man sich nicht verlassen, da diese nicht immer zur Verfügung stehen und gewöhnlich nur in besonderen Fällen eingesetzt werden.)

Dann kommt heraus:

ألكساندر

Wir haben hier richtig Glück, der Araber wird den Namen mit hoher Wahrscheinlichkeit weitestgehend richtig lesen: alaksaandar oder alkasaandar. Anders würde es „Peggy“ mit بيجي ergehen, die im schlimmsten Fall bidschi gelesen würde.

Die gebräuchliche Umschriftvariante

Wahrscheinlich aber, weil die Kombination der Konsonanten in dem Namen ohnehin recht einmalig ist, das Arabische (anders als das Deutsche) vor langen Buchstabenkolonnen eher flieht und durch sein häufiges Vorkommen als Vorname auch im arabischen Raum bekannter Prominenter eine falsche Aussprache recht unwahrscheinlich ist, hat sich mittlerweile eine Form ohne das alif mehr oder weniger durchgesetzt:

ألكسندر

Klassisch arabisiert

Zufällig existiert „Alexander“ in der arabischen Kultur aber schon seit Jahrhunderten als arabisierter Vorname, denn auch die Araber kennen und bewundern Alexander III. von Makedonien, auch bekannt als Alexander der Große. Dementsprechend anders sieht seine dort eingebürgerte Form aus, was nicht ungewöhnlich ist, wie man auch an den Einbürgerungen in anderen Sprachen sieht (z.B. spanisch „Alejandro“, italienisch „Alessandro“). Die arabisierte Form lautet iskandar und sieht so aus:

إسكندر

Semantisch arabisiert

Es lässt sich noch eine weitere Art der Überführung ins Arabische denken. Man könnte nämlich die Bedeutung des Namens „Alexander“ betrachten und diese übersetzen. Der Name kommt bekanntlich aus dem Griechischen und bedeutet „der die Männer Abwehrende“ oder kurz „Verteidiger“ - auf Arabisch mudâfi€:

مدافع

Es gibt natürlich auch Verfeinerungsmöglichkeiten, von der Ausschmückung mit Vokalzeichen über die Verwendung anderer Schriftarten bis hin zu kunstvoller Kalligraphie - doch das ist ein anderes Thema...






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